Kurz gefasst

  • Prüfen Sie vor dem Kauf Quelle, Datenstand und die Abdeckung jedes Kontaktfelds, nicht nur die Gesamtzahl der Datensätze.
  • Bei E-Mail-Kampagnen entscheidet die Rechtsform: Gesellschaften dürfen Sie ohne Einwilligung anschreiben, Einzelunternehmer und Partnerships außerhalb Schottlands nur mit Einwilligung oder Soft Opt-in (Reg. 22(3) der PECR, der britischen Regeln für elektronische Direktwerbung).
  • Gleichen Sie vor Anrufen jede Nummer mit TPS und CTPS ab, den britischen Sperrlisten für Werbeanrufe; fragen Sie, ob der Anbieter das bereits getan hat.
  • Vergleichen Sie Preise je nutzbarem Datensatz und klären Sie, ob Sie kaufen oder mieten.

Neun Prüfpunkte vor der Bestellung

1. Woher stammen die Daten?

Das Register von Companies House, dem britischen Handelsregister, lässt sich kostenlos herunterladen, enthält aber keine Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder Websites und keine Einzelunternehmer. Jede Liste mit Kontaktdaten kombiniert das Register deshalb mit anderen Quellen: Kartendaten, Verzeichnissen, Unternehmenswebsites oder Angaben, die Unternehmen selbst geliefert haben. Fragen Sie, aus welcher Quelle jede Spalte stammt. „Aus verschiedenen Quellen“ ist keine Antwort.

2. Wie aktuell sind die Daten?

Fragen Sie nach einem Datum und danach, wie geschlossene, ruhende oder aus dem Register gelöschte Unternehmen behandelt werden. Laut ONS, dem britischen Statistikamt, entstanden 2024 im Vereinigten Königreich 317.440 neue Unternehmen, und 280.370 wurden geschlossen (vorläufige Zahl). Jeder Datenbestand verändert sich also jedes Jahr spürbar. Ein konkretes Datum sagt mehr als „laufend aktualisiert“.

3. Wie viele Datensätze haben das Feld, das Sie brauchen?

Eine Gesamtzahl in Millionenhöhe sagt wenig. Entscheidend ist, wie viele Datensätze in Ihrer Branche und Region das benötigte Feld haben: eine vollständige Postanschrift für Direct Mail, eine E-Mail-Adresse für eine Kampagne, eine Telefonnummer für Anrufe. Lassen Sie sich diese Zahlen für Ihre Auswahl vor der Bestellung nennen.

4. Gehören die E-Mail-Adressen wirklich dem Unternehmen?

Kartendaten und Verzeichnisse führen bei vielen voneinander unabhängigen Unternehmen manchmal die E-Mail-Adresse einer Agentur, einer Franchise-Zentrale oder des Verzeichnisses selbst. Fragen Sie, wie solche geteilten Adressen behandelt werden. Wir zum Beispiel zählen eine Adresse nicht als eigene Adresse eines Unternehmens, wenn sie sich drei oder mehr Einträge mit unterschiedlichen Namen teilen.

5. Zeigt die Liste die Rechtsform?

Nach den PECR brauchen Werbe-E-Mails an Corporate Subscribers (Teilnehmer mit eigener Rechtspersönlichkeit) keine vorherige Einwilligung. Einzelunternehmer und Partnerships in England, Wales und Nordirland gelten dagegen als Individual Subscribers und brauchen eine Einwilligung oder ein Soft Opt-in (Regulation 22(3) PECR). Eine Liste, die beides nicht unterscheiden kann, zwingt Sie, entweder ein Risiko einzugehen oder niemanden anzuschreiben. Eine Registernummer von Companies House ist das klarste Zeichen für eine eingetragene Gesellschaft.

6. Wurde die Liste mit TPS und CTPS abgeglichen?

Persönliche Werbeanrufe dürfen nicht an Nummern gehen, die beim Telephone Preference Service oder beim Corporate TPS eingetragen sind (Regulation 21 PECR). Fragen Sie, ob und wann eine Liste abgeglichen wurde, und gleichen Sie sie vor jeder Kampagne selbst erneut ab; Eintragungen ändern sich.

7. Gibt es eine Musterdatei?

Ein Muster mit dem echten Spaltenaufbau zeigt Schreibweisen, Formate und leere Felder, bevor Sie bezahlen. Prüfen Sie, ob Postcodes, Registernummern mit führenden Nullen und Telefonnummern Ihren Import unverändert überstehen.

8. Was dürfen Sie mit den Daten tun?

Kaufen und Mieten sind nicht dasselbe. Eine gemietete Liste darf nur für ein vereinbartes Mailing genutzt werden, oft nur über einen Lettershop. Eine gekaufte Liste können Sie in Ihr CRM importieren. Klären Sie, ob Sie die Daten an Dienstleister weitergeben dürfen und wie lange Sie sie nutzen dürfen.

9. Was kostet ein nutzbarer Datensatz?

Teilen Sie den Preis durch die Zahl der Datensätze, die Sie für Ihren Zweck tatsächlich nutzen können. Eine günstige Liste mit wenigen vollständigen Anschriften kann je nutzbarem Datensatz mehr kosten als eine teurere.

Fünf Warnsignale

  • „Opt-in-B2B-E-Mails für alle“, ohne Angabe, wer wem wann eine Einwilligung gegeben hat.
  • Keine Quellenangabe oder die Behauptung, Companies House liefere Telefonnummern und E-Mail-Adressen.
  • Kein Datum für die Daten.
  • Keine Musterdatei und keine Feldbeschreibung.
  • Kein erkennbarer Anbieter, kein Impressum und keine funktionierende Kontaktadresse.

Marktgröße als Plausibilitätsprüfung

Amtliche Zahlen helfen einzuschätzen, ob eine versprochene Zahl von Datensätzen realistisch ist. Die ONS zählte im März 2026 2.786.985 für die Umsatzsteuer (VAT) und/oder die Lohnsteuer (PAYE) registrierte Unternehmen; das Register von Companies House führte am 1. November 2026 5.711.779 bestehende Gesellschaften, viele davon ruhend oder ohne Geschäftstätigkeit. Zahlen nach Branche und Region finden Sie auf unseren Datenseiten. Eine Liste, die weit mehr aktive Unternehmen mit Kontaktdaten verspricht, als diese Zahlen nahelegen, verdient Nachfragen.

Nach dem Kauf

  1. Bewahren Sie die Originaldatei unverändert auf und testen Sie den Import mit einer Kopie.
  2. Gleichen Sie die Daten mit Ihrem CRM über Registernummer oder Umsatzsteuernummer (VAT Number) ab, soweit vorhanden.
  3. Entfernen Sie vor einer Kampagne Gesellschaften in Liquidation oder mit eingeleiteter Löschung (Proposal to Strike off).
  4. Geben Sie namentlich genannten Personen die Informationen nach Art. 14 UK GDPR, der britischen Fassung der DSGVO, spätestens mit Ihrer ersten Nachricht.
  5. Führen Sie eine Sperrliste für Abmeldungen und Anrufsperren und wenden Sie sie auf jede spätere Kampagne an.

Häufige Fragen

Darf ich gekaufte britische Firmendaten für E-Mail-Marketing nutzen?

Bei Limited Companies, PLCs, LLPs und schottischen Partnerships ja, ohne vorherige Einwilligung, sofern jede E-Mail Sie als Absender erkennen lässt und eine gültige Abmeldemöglichkeit bietet (Regulation 23 PECR). Einzelunternehmer und Partnerships in England, Wales und Nordirland brauchen eine Einwilligung oder ein Soft Opt-in (Regulation 22 PECR), und beides kann eine gekaufte Liste nicht liefern. Prüfen Sie deshalb zuerst die Rechtsform.

Woran erkenne ich, ob eine Datenbank aktuell ist?

Fragen Sie, wie aktuell jede Quelle ist und wie geschlossene Unternehmen erkannt werden. Ein seriöser Anbieter nennt ein Datum und erklärt, was „aktiv“ bedeutet. „Täglich aktualisiert“ ohne Erklärung ist kein Qualitätsmerkmal.

Was kosten britische Firmendaten?

Das hängt von Auswahl, Feldern und Nutzungsrecht ab. Vergleichen Sie Angebote nach dem Preis je Datensatz, den Sie für Ihren Zweck tatsächlich nutzen können, und prüfen Sie, ob Sie die Daten kaufen oder nur für ein einzelnes Mailing mieten. Unsere Preise je Branche stehen auf der Seite Preise.

Stand: 4. November 2026. Zahlen zu Gründungen und Schließungen: ONS, Business demography, UK: 2024 (Schließungen vorläufig). Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.